ATTICA!

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“AZ-1492!”

Attica!
(A, 2015, HD, color, ca.30min)
Ein Film von Gero Dennig, Alexander Felch und Michael Tripolt

Kostüm, Ausstattung und Maske:
Alice Felch
Musik: Paul Gründorfer, Alexander Felch, Reark (Nicholas Moloney), Roy Culbertson III., Johnny und Ich

mit:
Franz Xaver Zach, Fabio Coutinho, Wolfgang Traxler, Ralph Saml, Gerda Jahn, Peter Rothkappel, Sonja Sommer, Michael Kienhammer, Rainer Zoffmann, David Ifraimov, Emil de Cillia, Lothar-René Wurth, Wolfram Hermann-Hubler

Erzähler:
Franz Solar

In weiteren Rollen:
Vincent Bauer, Ema Possenti, Andreas Nekrep, Alice Felch, Aisek Ifraimov, Lena Wicke Aengenheyster, Guido Aengenheyster, Claire Blake, Christina Haidvogl, Eva Kratochvil, Sabrina Tripolt, Peter Schönhardt, Stefan Kreuzer, Konstantin Hajwatov, Christian Brezina, Ulrich Aschenbrenner, Paul Gründorfer, uvm.

Idee:
„Attica!“, von Gero Dennig, Alexander Felch und Michael Tripolt konzipiert und produziert, ist ein Fernsehfilm, der als medientheoretische Arbeit genauso funktioniert, wie als illustriertes Hörspiel. Ein Kammerspiel im unendlichen Raum der Greenbox, eine literarische Arbeit, die mit Mitteln des Theaters, filmisch umgesetzt wird. Ausgehend von einer (geschriebenen) Erzählung, wird eine Welt entworfen, die vorwiegend in der Fantasie und Vorstellungskraft des Publikums entsteht. Es ist dies die Welt, die sich „hinter“ dem tatsächlich gezeigten Bild verbirgt, die „geheime“ Bildebene, die sich der Zuseher subjektiv selbst kreiert. Die tatsächlich dargestellte Welt, ist eine, in der die meisten Dinge nur behauptet und angedeutet werden. Genauso, wie Film und Fernsehen also funktionieren, während sie gleichzeitig vorgeben die Realität abzubilden.
Wenn die Darsteller abstürzenden Hubschraubern nachblicken oder in zahllosen Explosionen zerfetzt werden, während sie sich in einen blutigen Bürgerkrieg stürzen, so sind sie auf die Fähigkeit des Publikums angewiesen, ihnen Glauben zu schenken, dass alles das wirklich passiert. Unterstützt werden sie dabei nur von einem Erzähler, der die Handlung trägt, dezentem Kostüm und Requisite und umfassendem Sounddesign. Denn da, wo in der modernen Filmproduktion die Postproduktion ansetzt, um rund um die handelnden Akteure eine (digitale) Welt zu entwerfen, bleibt hier nur grüne Projektionsfläche. So ist „Attica!“ nicht nur ein politisches Statement, das zeigt wie aus einer Kleinigkeit, ein bewaffneter Konflikt ausbrechen kann, sondern vor allem auch ein Plädoyer dafür, seinen eigenen Verstand zu benutzen, konsumierte Bilder und Realitäten zu hinterfragen – und letztlich auch einfach dafür, wieder mehr Bücher zu lesen. Schwarz auf weiss.
„Attica!“ forciert die Mündigkeit des Publikums, fordert es auf, seine Fantasie und Vorstellungskraft mehr als gewohnt einzusetzen. Nach der Sendung soll das Gefühl überwiegen, ein gutes, spannendes Buch gelesen zu haben – gefolgt von der Vorfreude auf die Fortsetzung.
Das Erlebnis eines Buchs mit Mitteln des Theaters, filmisch übersetzt ins Sendeformat. Das Verhältnis der ZuseherInnen zum Fernsehen ihres Vertrauens wird so ins Bewusstsein gerückt, denn am Ende hat jeder seinen eigenen Film gesehen, auch wenn das grün für alle gleich grün war.

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